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Mit Sprungwurf.tv hoch hinaus

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07.12.2014 - 00:00 | Quelle: bergedorfer-zeitung.de

Aumühle (von Matthäus Kosik) - Michel Hamann verbringt viel Zeit in fremden Hallen. Den Handballer des TuS Aumühle-Wohltorf zieht es an jedem Wochenende zu Spielstätten in Hamburg und Schleswig-Holstein. Jedes Mal mit dabei: Stativ und HD-Kamera. Denn der 23-Jährige hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Hamann möchte den ersten deutschlandweiten Web-TV-Sender für Amateurhandball etablieren. Unter dem Slogan "Sprungwurf.tv. Mehr als nur Handball" steht er deshalb Woche für Woche neben der Platte.

Seit vier Jahren hat der TuS-Handballer die Idee für das Format in der Schublade. "Ich dachte mir jetzt, ich muss es wagen." Hamann hat sich bei seiner Idee auch von Elbkick.tv inspirieren lassen. Der Web-TV-Sender wurde 2010 vom ehemaligen Bergedorfer Kicker Jurek Rohrberg und dem Ex-SCVM-Torhüter Axel Möring ins Leben gerufen und begleitet seither den Hamburger Amateurfußball. "So etwas gab es für Handball nicht", meint Hamann. Im Vergleich zu Elbkick.tv hat der Jungunternehmer allerdings mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen. "Sponsoren für das Projekt zu finden, ist nicht so leicht", sagt Hamann. Da hat es der Amateurfußball leichter.

Davon abschrecken lassen möchte sich der 23-Jährige aber nicht. Sprungwurf.tv soll sich in den kommenden Jahren zu einer festen Marke entwickeln. Nicht nur in Deutschlands Norden. "Wenn das Projekt erfolgreich ist, sollen weitere Standorte dazu kommen". Neben der regelmäßigen Berichterstattung hat sich der Initiator noch ein weiteres Mammutprojekt ausgesucht. Hamann möchte eine umfangreiche Datenbank samt Statistiken rund um alle Amateurliegen aufbauen. "Das wird sehr aufwendig. Aber auch so etwas gibt es noch nicht", sagt Hamann.

Im Moment kämpft der gelernte Speditionskaufmann noch an vielen Fronten allein. Und das in seiner Freizeit. "Um ein Spiel zu schneiden, brauche ich meist so zwei bis drei Stunden, weil ich mir die ganze Partie noch mal ansehe", erzählt Hamann. In der Zukunft möchte der TuS-Handballer allerdings ein Netz an Helfern um sich spannen, das ihm Arbeit abnimmt. "Vielleicht kann ich das Ganze irgendwann hauptberuflich machen", hofft Hamann. Bis dahin bleibt ihm nichts anderes übrig, als selbst Woche für Woche in den Handballhallen des Nordens zu stehen.


TuS Aumühle-Wohltorf von 1910 e.V. / TuS Aumühle-Wohltorf / Michel Hamann