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Oberliga HH/S-H (Herren): Der 19.Spieltag im Rückblick (Saison 2016/2017)

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06.03.2017 - 22:15 | Quelle: sprungwurf.tv

Hamburg/Schleswig-Holstein – Der Zug ist abgefahren. Zumindest deuten die Verantwortlichen aus Fischbek darauf. Mussten sie im Tabellenkeller eine Niederlage gegen den direkten Konkurrenten aus Norderstedt hinnehmen. Anders bei Barmbek. Hier konnte man den nächsten Sieg einfahren und musste beim Heimspiel gegen Esingen sogar zittern. Im Revierderby zwischen Kiel und Preetz gelang es den Gästen vom THW zwei wichtige Punkte einzufahren und den dritten Tabellenplatz zu festigen. Wir haben alle Spiele im Rückblick für euch zusammengefasst.

SG Hamburg-Nord vs. HSG Schülp/Westerrönfeld/Rendsburg (Endergebnis: 29:24 | HZ: 14:16): Baatz hält Sieg fest - Schülp gibt Pausenführung her. Die Vorzeichen für die Hausherren standen nicht gut. Fehlte der Stammmittelblock mit Enrico Pankrath und Jan Finkelmeyer bei der SG. Das war aber kein Grund für negative Stimmung und so setzte Torhüter Lukas Baatz auf Seiten der Hausherren ein Ausrufezeichen. Mit allein zwanzig parierten Bällen in der zweiten Halbzeit sorgte der Schlussmann für eine Wende im Spiel und sicherte so der SG zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Für Schülp ist ein kleiner Dämpfer, trotzdem ist man weiterhin im gesicherten Mittelfeld und wird nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. "Die Vorzeichen standen nicht gut für uns, da unser Stammmittelblock mit Enrico Pankrath und Jan Finkelmeyer urlaubsbedingt fehlten. Hier fanden wir unserer zweiten Herren mit Alexander Hennings einen hervorragenden Vertreter. Hennings spielte die letzten zwanzig Minuten mit gebrochenem Jochbein, was unseren unbedingten Willen widerspiegelte, dieses Spiel gewinnen zu wollen. Die gesamte Mannschaft gab alles und zeigte eine super Abwehr Arbeit, hinter der zudem noch ein überragender Lukas Baatz im Tor stand. Durch ständige Kreuzbewegungen gelang es uns die Abwehr des Gegners ein ums andere Mal in Bewegung zu bringen, sodass sich dann Lücken anboten, die super genutzt werden", so SG-Co-Trainer Andreas Lindholm gegenüber SPRUNGWURF.TV.

HG Hamburg-Barmbek vs. TuS Esingen (Endergebnis: 28:25 | HZ: 16:14): Barmbek weiter auf Titelkurs - Esingen schlägt sich gut. Die HGHB konnte schnell mit zwei Toren in Führung gehen, ihren Vorsprung in der ersten Halbzeit aber nie weiter als bis auf drei Tore ausbauen. Während es im Angriff recht ordentlich lief, ließ die Defensive die nötige Konsequenz vermissen, sodass die Gäste immer wieder zu leicht zu Toren kamen und die Seiten beim Stand von 16:14 gewechselt wurden. Auch im zweiten Durchgang blieb die Partie stets knapp, wobei die Hausherren allerdings immer vorne lagen und kurz vor dem Schlusspfiff mit vier Toren führten. Am Ende stand zwar kein souveräner, aber umso wichtigerer und verdienter 28:25-Erfolg an der Anzeigetafel. "Heute zählte nur der Sieg. Vier fehlende Spieler, Robin Morgner mit Grippe auf der Bank, Moritz Hesse direkt aus dem Flieger und dann noch die schwere Verletzung von Felix Weber. Zum Glück hatten wir heute Arne Schneider dabei. Der Sieg war okay, aber über einige Fehler müssen wir sprechen und diese abstellen. Wir bleiben ungeschlagen, das zählt heute", ein sichtlich erleichterter HG-Trainer Holger Bockelmann gegenüber SPRUNGWURF.TV.

HSG Ostsee N/G vs. TSV Hürup (Endergebnis: 32:17 | HZ: 15:8): Ostsee gelingt Revanche - Hürup scheiterte an Torhüter Noel. "Das Spiel nahm nach einem Spielbeginn mit gleichwertigen Mannschaften den erwarteten Verlauf. Ab der 15. Minute scheiterten wir mit hochkarätigen Chancen am sehr starken Torhüter Markus Noel und verloren danach unsere Linie. Wir sind in der Breite zurzeit nicht so besetzt, dass wir Ostsee über 60 Minuten Paroli bieten können und sind jetzt  froh, eine Woche Pause zu haben, um Kraft und Selbstvertrauen für das letzte Drittel der Saison zu tanken", so TSV-Trainer Christian Lutter gegenüber SPRUNGWURF.TV. Über einen 10:7-Zwischenstand gelang es der HSG das Spiel bereits zur Halbzeitpause für sich zu entscheiden. Ging man zu der Zeit mit einer klaren 15:8-Führung in die Kabine. Im zweiten Durchgang dann vergaben der TSV zu viele Torchancen und scheiterte das ein ums andere Mal am Torhütergespann Noel und Hömberg. So standen die knapp dreihundert Zuschauer vor Spielende auf und applaudierten ihrer Heimmannschaft zu. Am Ende stand ein ungefährdeter 32:17-Heimsieg auf der Anzeigetafel und die HSG bleibt weiterhin im Titelrennen. Für Hürup ist die Niederlage nicht allzu schlimm. Rangiert man nun auf dem siebten Tabellenplatz und hat elf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze. "Das war wirklich eine Demonstration, wie Handball geht. Unglaublich. FÜnf Minuten vor Schluss standen die dreihundert Zuschauer auf und haben bis zum Ende geklatscht. Das habe ich so noch nicht erlebt", war HSG-Manager Roland Dieckmann gegenüber SPRUNGWURF.TV positiv vom Spiel angetan.

SG WIFT Neumünster vs. FC St. Pauli (Endergebnis: 34:27 | HZ: 16:12): WIFT zieht vorbei - Pauli jetzt Fünfter. Die SG zieht mit einem verdienten Heimsieg am Kiezklub in der Tabelle vorbei und steht nun auf einem guten vierten Tabellenplatz. Zwar beträgt der Rückstand auf den Tabellendritten aus Kiel fünf Punkte, aber wer weiß was noch passiert. Zumindest ist mit dem Sieg der Klassenerhalt mehr als sicher. Pauli hat ebenfalls ihr Soll erfüllt und kann beruhigt in Richtung nächste Saison schauen.

HT Norderstedt vs. TV Fischbek (Endergebnis: 35:30 | HZ: 19:12): Norderstedt gelingt wichtiger Sieg - Fischbeker geben Hoffnung auf. Anstatt wie im Hinspiel gegen die Norderstedter souverän zu spielen, gelang der Mannschaft von Trainer Roman Judycki in der ersten Halbzeit nicht der Sprung auf den richtigen Zug. Zwar gingen die Gäste durch den Treffer von Shohei Sasaki mit 1:0 in Führung, aber dann wurde es schwer. Norderstedt begann mit einer offensiven Abwehr, die in der Anfangsphase Fischbeks kompletten Rückraum aus dem Spiel nahm. Wenig später mussten dann nur noch Julian Junack und Haupttorschütze Aleksej Kiselev mit der Manndeckung zurecht kommen. So kam Kiselev auch erst nach gut 20 Minuten zu seinem ersten Treffer. Nach fünf Minuten erhielt Marek Struß die erste Zeitstrafe für den TV Fischbek in der Begegnung. Insgesamt verteilten die Unparteiischen zehn Zeitstrafen gegen die Gäste, während von der HTN nur Tim Gottschalk, Felix Minners und Henning Scholz jeweils einmal pausieren mussten. Rund zehn Minuten hielten sich beide Teams noch auf Augenhöhe, bevor Norderstedt sich langsam absetzen konnte. Die größten Probleme hatte der TV mit Scholz, der über die komplette Spieldauer 12 Tore erzielen konnte. Zur Halbzeit lagen die Fischbeker bereits mit 12:19 zurück. Norderstedt hatte somit am vergangenen Sonntag alleine in der ersten Halbzeit so viele Tore erzielt, wie beim Hinspiel über die ganze Spieldistanz. „Die beiden Schiedsrichterinnen haben zwar sehr schlecht gepfiffen, aber wer solch eine Leistung abliefert, ist klar selber Schuld", so Judycki. „Wir waren völlig kopflos, in den ersten 15 Minuten komplett ohne Torwart und insbesondere ideenlos". Dem Verlauf der letzten Spiele entsprechend drehte der TV Fischbek in der zweiten Halbzeit auf. Sie kämpften sich an Norderstedt heran und trafen selbst in Unterzahl das gegnerische Tor. Beim Stand von 21:23 aus Sicht der Fischbeker war das Spiel quasi schon wieder offen. „Dann haben die Schiedsrichterinnen ein paar dicke Fehler gegen uns gepfiffen" sagt Judycki. Damit kam ein Bruch in das Spiel der Fischbeker und Norderstedt seinerseits nutzte die Schiedsrichterentscheidungen zu seinen Gunsten. Innerhalb von zehn Minuten nach diesem Bruch hatten die Gastgeber sieben Tore mehr auf ihrem Konto, während Fischbek nur drei Erfolge erzielen konnte. Am Ende reichte Fischbeks Kraftakt nicht mehr aus, sodass beim Stand von 35:30 beide Punkte in Norderstedt blieben. Anstatt Boden auf die sicheren Plätze gut zu machen, hat der TV gerade in diesem Spiel Federn gelassen. Erschwerend kommt hinzu, dass Tabellennachbar VfL Bad Schwartau 2 sein Spiel gegen den MTV Herzhorn gewonnen hat. Somit fehlt ein weiterer Punkt zum rettenden Ufer. Judyckis Aussage nach dieser Niederlage ist klar: „In diesem Spiel hat sich bestätigt, was ich schon mehrfach gesagt habe: Um in dieser Liga bestehen zu können, muss man 60 Minuten konstant spielen. Der Zug ist leider abgefahren und jetzt ist die Zeit gekommen, den Kopf frei zu machen und Spaß am Handball zu haben. Es gibt noch viele Punkte zu vergeben und ich hoffe für die Mannschaft, dass sie sich mit Würde aus der Oberliga verabschieden wird". Fischbek fehlen aktuell sechs Punkte zum Klassenerhalt. Auf dem rettenden Platz steht derzeit der Preetzer TSV. (bereitgestellt vom TV Fischbek)

Preetzer TSV vs. THW Kiel 2 (Endergebnis: 22:25 | HZ: 9:13): Durcheinander beim PTSV - THW gelingt wichtiger Sieg. Vor knapp 170 Zuschauern zeigten beide Mannschaft von Beginn eine leidenschaftlicher Leistung. Geprägt durch eine konsequente Abwehrleistung auf beiden Seiten gelang es keinem sich entscheidend abzusetzen. Überschattet wurde der Sieg für die Kieler durch die frühe Verletzung vom Kieler Jesse Petersen. Das perfekte Comeback feierte dadurch Niklas Kadenbach beim THW Kiel 2. Erzielte Kadenbach nach seinem Wadenbeinbruch sieben Tore und avancierte zum besten Torschützen seiner Mannschaft. Nach dem die Gäste die erste Halbzeit für sich entscheiden konnten, dauerte es nur neun Minuten bis die Hausherren zum 17:17 ausgleichen konnten. Doch nutzen konnte man die Aufholjagd nicht. So gelang es dem THW sich erneut abzusetzen und über den zwischenzeitlichen 20:17 (44.Minute) am Ende mit 25:22 zu gewinnen. "Das Spiel lief wie erwartet auf Augenhöhe. Durch die Verletzung von Jesse zu Beginn des Spiels mussten wir ein wenig umstrukturieren und Niklas Kadenbach kam nach seinem Wadenbeinbruch zu seinem ersten Einsatz nach der Verletzungspause. Ein verdienter Sieg in einem kämpferischen Derby. Trotz vieler Zeitstrafen auf beiden Seiten war es ein faires Spiel und ein wichtiger Sieg für uns um weiter auf Platz drei zu schauen", so THW-Trainer Dennis Olbert gegenüber SPRUNGWURF.TV. Mit dem Sieg im Rücken festigen die Gäste den dritten Tabellenplatz und haben nun fünf Punkte Vorsprung auf die SG WIFT Neumünster. Preetz hingegen rutschte auf den ersten Nichtabstiegsplatz ab und haben nur noch sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge.

VfL Bad Schwartau U23 vs. MTV Herzhorn (Endergebnis: 27:24 | HZ: 16:10): Schwartau siegt dank guter ersten Halbzeit - Herzhorn scheitert an sich selbst. Wieder einmal ist auf die breite Unterstützung im Verein verlass. Das dachte man sich wohl auch am vergangenen Sonntag beim VfL aus Bad Schwartau. So standen gleich mehrere Spieler aus der eigenen U19-Bundesligamannschaft auf dem Spielberichtsbogen. Ebenso mit dabei war auch Torhüter Marino Mallwitz aus der Zweitligamannschaft und zeigte sein Talent. Allein zwanzig parierte Bälle sprechen Bände. Bis zur 11.Minute war das Spiel ausgeglichen. Doch nach dem 4:4 zogen die Hausherren davon und schafften es sich schnell auf 11:6 (20.Minute) abzusetzen und zur Halbzeitpause beim Stand von 16:10 die Partie frühzeitig für sich zu entscheiden. Nach dem Seitenwechsel gelang es dem MTV nochmal heranzukommen. Tor um Tor schafften die Gäste den Abstand zu verkürzen und so dauerte es bis zur 52.Minute bis der MTV bis auf zwei Tore, beim Stand von 21:23, aufschließen konnte. Nutzen daraus gezogen haben die Herzhorner jedoch nicht. War bereits beim Stand vom 25:21 (54.Minute) die Partie zu Gunsten des VfL entschieden. Am Ende siegten die Marmeladenstädter verdient mit 27:24 und klettern auf den neunten Tabellenplatz. "Die ersten dreißig Minuten haben die Jungs den Matchplan sehr gut umgesetzt. Abwehr und Torhüter haben gut harmoniert und im Angriff wurde bis zur Chance gespielt. Das 16:10 war eine gute Basis für die zweite Halbzeit. In der Pause hatte ich auch nur Kleinigkeiten zu korrigieren. Leider haben wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr unser Spiel so konsequent durchgezogen, wie in Halbzeit eins. Durch falsche Entscheidungen im Angriff haben wir zu oft den Ball weggeworfen und Herzhorn wieder ins Spiel kommen lassen. Die Abwehr hat genau das, was in der Halbzeit angesprochen wurde nicht umsetzen können und es den Gästen zu leicht gemacht. Am Ende aber ein völlig vedienter Sieg und zwei sehr wichtige Punkte für den VfL", so VfL-Trainer Thomas Steinkrauß gegenüber SPRUNGWURF.TV.


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