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Oberliga HH/S-H (Herren): Der 23.Spieltag im Rückblick (Saison 2015/2016)

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13.04.2016 - 00:00 | Quelle: sprungwurf.tv

Hamburg/Schleswig-Holstein – Welch ein Spieltag in der Oberliga HH/S-H der Herren. Den Anfang machte das Lokalderby am Freitagabend vor knapp 600 Zuschauern. Waren die Schwartauer mehr als erfolgreich und läuteten den 23.Spieltag mit einem Heimsieg ein. Konnte man doch mit Hilfe von einigen Spielern aus dem Bundesligakader den Aufsteiger vom TuS Lübeck 1893 deutlich besiegen. Im ersten Samstagspiel gelang dem MTV Herzhorn Sekunden vor Spielende der entscheidende Treffer zum Ausgleich gegen die Paulianer. Trotz des Punktverlustes konnte man aus Sicht vom FC sich in der Tabelle verbessern. Im Spitzenspiel des Spieltages gelang es dem HSV Hamburg einen wichtigen Heimsieg in ausverkaufter Halle gegen die HG Hamburg-Barmbek einzufahren. Die rote Laterne gab unterdessen der AMTV ab und hat wieder Hoffnungen auf den Klassenverbleib. Wir haben wieder alle Spiele für im Rückblick zusammengefasst.

VfL Bad Schwartau 2 vs. TuS Lübeck 1893 1 (Endergebnis: 33:19 | HZ: 13:7): VfL gewinnt mit starker Taktik im Derby – TuS im Abwärtsstrudel. Ein Derby ist umso schöner, wenn es um etwas geht. Wenn das, um das es geht, aber der Klassenverbleib ist, dann ist ein Krimi umso nervenzerreißender. Das Lübeck-Derby zwischen der zweiten Mannschaft des VfL Bad Schwartau und der TuS Lübeck war genau das nicht. Es hat viel mehr gezeigt, wie eng Freud und Leid beieinander liegen. Herzzerreißend ist das passendere Adjektiv. Die Lübecker, die das Hinspiel noch mit 28:19 für sich hatten entscheiden können, kamen zum Auftakt des 23. Spieltags der Handball Oberliga HH-SH mit einer Bilanz zum Lokal- wie Tabellennachbarn, auf die „herzzerreißend“ auch ganz gut passen würde. Nur ein Sieg in der Rückrunde stand bis zu diesem Spiel auf der Haben-Seite der TuS, geändert hat sich daran auch im Nachhinein nichts. Der Druck war beiden Teams von Beginn an deutlich anzumerken, dem Publikum, gut 600 Fans waren gekommen, aber überhaupt nicht. Das machte eine Stimmung, als ginge es um die Meisterschaft. Letztere geht wohl an den HSV Hamburg, zufällig die letzte Mannschaft, die in Bad Schwartau gewinnen konnte. Nur auswärts macht der VfL seine Punkte überhaupt nicht. Einmal in der Spirale drin, kommst du schwer wieder hinaus. Und so stand man vor dem Derby nur einen Zähler vor der TuS und somit vor dem ersten Abstiegsrang. Nach sechs Minuten erst gelang den Gastgebern die Führung, doch fürs Erste ließen sich die Lübecker nicht abschütteln. Beide Torhüter hielten stark; vor allem die Lübecker verzweifelten immer wieder an Marino Mallwitz. Das Spiel brach zum ersten Mal zwischen der 23. und der 25. Minute. Man könnte auch sagen: Zwischen den ersten beiden Auszeiten. Als der VfL die Kreativ-Pause beantragte, stand es 9:6. Lübeck hatte gerade einige Chancen liegen gelassen. Nur zwei Minuten später hieß es 12:6, Schwartau ließ die Muskeln spielen und zwang Lübeck direkt zur nächsten einminütigen Unterbrechung. Schwartau dominierte nun. So führte der VfL zur Pause verdient 13:7 und ließ nur die Frage offen, wie das noch gedreht werden sollte. Dass daran überhaupt kein Gedanke zu verschwenden war, daran ließ Schwartau direkt zu Beginn des zweiten Durchgangs schon gar keinen Zweifel mehr. 16:7 nach 35 Minuten, weitere fünf Minuten später 20:10. Als man jedoch gerade befürchten wollte, dass aus einem hitzigen Derby ein Kantersieg werden sollte, kam es auf dem Platz zu Tumulten, es flogen die Zeitstrafen, zudem Rot gegen Schwartau. Schwartau zog nun endgültig davon, 24:12 stand es bei der zweiten VfL-Auszeit nach 47 Minuten, 26:14 bei der zweiten TuS-Pause (52.). Der VfL hatte Lübeck taktisch überwunden. Von hinten heraus konterte er stark, die Defensive tat ihr Übriges, ebenso die mittlerweile übernervösen Abschlüsse der Gäste. Das erhöhte der VfL zum Ende hin auf 33:19. Das bedeutet rechnerisch. Schwartau bleibt vor Lübeck, hat nun drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, Stand Freitagabend. Faktisch vier, denn dank des 12-Tore-Vorsprungs ging ja nun auch der direkte Vergleich an den VfL. Zum anderen: Derby-Sieg! Das kann im Abstiegskampf wichtige Kräfte freisetzten, zumal beispielsweise noch WIFT in zwei Wochen kommt. Auf Lübecker Seite hingegen flossen die Tränen. Direkt nach dem Spiel wollten sich keine Erklärungen finden. Fassungslosigkeit zeigte sich in gelähmten Gesichtern. Noch ist nichts verloren. Doch nur an der starken Defensive der Gastgeber konnte es nicht gelegen haben. Die Gründe werden genau analysiert werden, das ist klar und auch allen Akteuren bewusst. Niemand machte anschließend den Eindruck, die Hoffnung aufgegeben zu haben. Dennoch müssen Fragen erlaubt sein - ist Kampf allein genug? Drei Spiele vor Schluss wird darauf schneller als gedacht eine Antwort gefunden werden müssen. Und auch beim VfL ist die Situation weiterhin brenzlig: Derby-Siege sind ein gutes Mittel, aber nicht mehr als ein Grundstein im Kampf um die Klasse. (fom)

MTV Herzhorn 1 vs. FC St. Pauli 1 (Endergebnis: 24:24 | HZ: 12:11): Boltzen sichert Punkt – Pauli schrammt am Sieg vorbei. Die erste Halbzeit gehörte bis Minuten vor dem Seitenwechsel den Hausherren vom MTV. Mit einer 4+2-Deckung gegen die Kiezhandballer agierte man fünfundzwanzig Minuten sehr erfolgreich. Nahm man doch den Spielmacher und Rückraumlinken mit einer Manndeckung aus dem Spiel. So zogen die Herzhorner über die Zwischenstände 6:4 (9.Minute) und 9:6 (20.Minute) auf 12:6 (25.Minute) davon. Dann aber agierten die Kiezhandballer in der Deckung konsequenter. Sie stoppten den Angriff der Herzhorner mit einer 5:1-Deckung und kamen nochmal auf 11:12 zur Halbzeitpause heran. Nach dem Seitenwechsel gelang es dem MTV ständig mit einer 1- bis 2-Tore-Führung von vorne zu agieren. Doch kurz vor Spielende drehte sich das Spiel. Pauli ging in Führung und konnte ein 2-Tor-Führung herausspielen. Eine Minute vor Ende gelang es dem MTV nochmal auf 23:24 zu verkürzen. Knapp dreißig Sekunden vor Spielende war der FC dann im Ballbesitz. Agierten hierbei aber nicht sehr erfolgreich und gaben den Ball nochmal her. Acht Sekunden vor Ablauf der Zeit nahm MTV-Trainer Manfred Kuhnke die letzte Auszeit, gab Anweisungen und schickte seine Mannen wieder auf das Spielfeld. Drei schnelle Pässe konnten gespielt werden und Theo Boltzen avancierte von Rechtsaußen zum Matchwinner. Gelang ihm doch der entscheidende Treffer zum 24:24-Endspielstand. Knapp drei Spiele vor Saisonende hat Herzhorn nun vier Punkte Vorsprung vor der Abstiegszone und marschiert in Richtung Klassenerhalt. Pauli schafft durch den Punktgewinn den Sprung auf den dritten Tabellenplatz. Hat man jetzt einen Punkt Vorsprung vor der HG Hamburg-Barmbek, welche gegen den HSV Hamburg eine Niederlage einstecken musste.

SG Hamburg-Nord 1 vs. Preetzer TSV 1 (Endergebnis: 19:23 | HZ: 9:11): Preetz mit mehr Fuß als Hand – Hamburg-Nord weiterhin vor der Abstiegszone. Das war eine enge Kiste zum Ende hin. Perfekt eingestellt kam der PTSV mit einem kleinen Kader in Hamburg an. Vier verletzte Spieler hatten die Preetzer zu beklagen. Trotzdem wussten alle das Spiel zu spielen. Schnell ging der PTSV klar in Führung und konnte das Spiel beim Zwischenstand von 6:1 dominieren. Bis kurz vor dem Seitenwechsel war man klar in Führung und musste zum Ende einige Fehlwürfe und Fehlpässe einstecken. So stand es zur Halbzeitpause lediglich 11:9 für die Schusterjungs. Nach dem Seitenwechsel dann der Bruch. Man gab die Führung her und war fortan nicht mehr zwingend in den Angriffsaktionen. Es häuften sich die Fehler und die Hausherren witterten ihre Chance. So stand es zwischenzeitlich 14:13 für die SG und die Halle war von nun hellwach. Die Abwehrreihe um Deckungschef Marc-Philipp Klaus auf Seiten der Preetzer wusste sich zu stabilisieren. Mit der gewohnten 5:1-Deckung gelang es die Angriffe der Hamburg zu stören und das Spiel wieder an sich zu reißen. Besonders in den Schlussminuten war deutlich erkennbar, dass Preetz mehr Fuß als Hand spielte. Wurden doch von Michel Hamann des öfteren die Bälle in der Abwehr abgefangen und auf den Fuß von Klaus gespielt. So war es nicht verwunderlich, dass viele der SG-Fans dachten, der PTSV hätte nun seine Fussballer auf Spielfeld geschickt. Am Ende wurde ein ungefährdeter 23:19-Auswärtssieg für die Schusterjungs. Die Heimreise konnte man somit mit zwei Punkten antreten und steht weiterhin vor dem THW Kiel 2 auf dem fünften Tabellenplatz. Hamburg-Nord hat weiterhin drei Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone.

AMTV Hamburg 1 vs. TSV Hürup 1 (Endergebnis: 34:25 | HZ: 16:11): AMTV siegt im Abstiegskampf – Hürup ohne Punkte gen Heimat. Das hatten die Hüruper sich auch anders vorgestellt. War man doch den weiten Weg aus dem hohen Norden in Richtung Hamburg angetreten, um zwei Punkte für den Klassenerhalt zu ergattern. Doch es kam anders. In ungewohnter Umgebung musste man ohne das geliebte Wachs (Backe) auskommen und war ohnehin mit einem dezimierten Kader aufgeschlagen. Zu guter Letzt fehlte Kreisläufer Philipp Hinrichsen verletzt und auch Rückraumshooter Niels Jensen verletzte sich nach knapp zehn gespielten Minuten. Trotzdem sah man sich in der Lage ein Wörtchen mitzureden. Bis zum Stand von 4:10 sah es nicht allzu rosig für den TSV aus. Doch man konnte durch eine Aufholjagd auf 11:12 verkürzen und war dicht dran. Dann aber setzte sich der Gastgeber mit vier Toren in Folge auf 16:11 ab und ging damit in die Kabine. Nach dem Seitenwechsel das gleiche Spiel. Hürup hatte weiterhin Probleme mit der glatten Spielfäche und mit wachslosen Spielball. Am Ende musste man über die Zwischenstände 18:24 und 21:19 ziehen lassen und kassierte eine ärgerliche 25:34-Niederlage. Treffsicherster Spieler war hierbei AMTV-Spieler Torben Albers mit dreizehn erzielten Toren. „Nach der Pause wollten wir das Spiel drehen, wir wussten ja aus der ersten Hälfte, dass es möglich ist“, so TSV-Teammanager Björn Schlapkohl gegenüber der vereinseigenen Facebookseite. Der AMTV konnte sich mit dem Punktgewinn von der roten Laterne befreien und steht nur noch zwei Punkte hinter dem TuS Esingen auf dem elften Tabellenplatz. Hürup hingegen ist wieder unten dabei. Hat man nur noch drei Punkte Vorsprung bei drei ausstehenden Spielen.

SG WIFT Neumünster 1 vs. TSV Ellerbek 1 (Endergebnis: 31:21 | HZ: 14:10): Ein Satz mit X, das war wohl nix – WIFT schnuppert nochmal. Das hatten sich die Mannen vom TSV anders vorgestellt. Im Kampf um den Klassenerhalt, wollte man doch unbedingt zwei wichtige Punkte einfahren. Auch wenn dies bei der SG aus Neumünster recht unwahrscheinlich war. Dennoch war man mit einer gewissen Hoffnung nach Neumünster gekommen. Diese war schnell verflogen. Stand es doch schnell 14:9 und 18:10 für die SG WIFT. Zur Halbzeitpause musste man sogar mit 10:14 in die Kabine gehen. Nach dem Seitenwechsel wurde es nicht besser und man erzielte gerade einmal einundzwanzig Tore gegen Neumünster. „Eigentlich ging unser Matchplan auf. Wenn wir mit Tempo und vielen Kreuzungen gespielt haben, um von den Halbpositionen, vom Kreis und von außen zum Abschluss zu kommen, waren wir erfolgreich“, so TSV-Trainer Martin Nirsberger gegenüber dem „Pinneberger Tageblatt“. Für Neumünster wird es noch einmal spannend. Hat man aktuell ein Spiel weniger als der HSV Hamburg und nur fünf Punkte Rückstand. Es kann also nochmal spannend werden. Erst recht, weil am letzten Spieltag die SG zu Hause den HSV Hamburg empfängt.

TuS Esingen 1 vs. THW Kiel 2 (Endergebnis: 21:26 | HZ: 11:12): Esingen muss weiter zittern – THW ohne Mühe. So wird es ganz schwer für den Aufsteiger aus Esingen. Fanden doch weniger als die Hälfte aller Würfe den Weg ins Tor. So war es nicht verwunderlich, dass es sehr eng wird gegen den THW 2. Ebenfalls hinzukam, dass die bisherigen Rückraumshooter Max-Lennart Albrecht und Benedict Philippi nicht ihren besten Tag erwischt haben. Konnte der TuS sich doch oftmals auf beide Spieler in der Vergangenheit verlassen. Diesmal aber nicht. Von Anfang an lief man dem Gast aus Kiel einem Rückstand hinterher. Zwar man stets auf Tuchfühlung. Musste man am Ende aber deutlich abreißen lassen und eine 21:26-Niederlage hinnehmen. „Wir waren zu unsicher im Passspiel, haben selten Tempo in unsere Aktionen bekommen und zu viele gute Chancen ausgelassen“, so TuS-Trainer Claas-Peter Schütt gegenüber dem „Pinneberger Tageblatt“. Esingen ist durch die Niederlage weiterhin unten drin und steht nur noch zwei Punkte vor der Abstiegszone auf dem elften Tabellenplatz. Für den THW 2 ist die Saison seit langem durch und der Klassenerhalt ist perfekt.

HSV Hamburg 1 vs. HG Hamburg-Barmbek 1 (Endergebnis: 34:32 | HZ: 18:15): HSV ist noch nicht durch – Barmbek mit guter Leistung. Wieder einmal war die Volksbankarena bis auf den letzten Platz gefüllt. Im Spitzenspiel des 23.Spieltages durfte der HSV Hamburg die Mannen aus Barmbek begrüßen. Keine der beiden Mannschaften gelang es sich vollends abzusetzen und so wurde es ein enges Spiel. Erst nach einigen Fehler der Gäste gelang es dem HSV sich auf drei Tore abzusetzen und mit einer 18:15-Führung in die Kabine zu verabschieden. Bis dahin war es ein wirklich temporeiches und torreiches Spiel. Stand es doch zwischenzeitlich 4:4 (10.Minute) und 9:10 (20.Minute). Nach dem Seitenwechsel erwischte der Gast aus Barmbek den besseren Start. Gelang es doch nach knapp zehn Minuten auf 20:21 zu verkürzen und in der Folge sogar das Spiel zu drehen. Scheiterten hierbei aber am gut aufgelegten Torhüter Lennard Danielsen vom HSV Hamburg. Gleich fünf mal scheiterte Robin Morgner vom Kreis am gegnerischen Schlussmann. Dies war der Knackpunkt aus Sicht der Hausherren. Zwar gelang es ihnen nicht, sich weiter abzusetzen. Aber über den Zwischenstand von 29:27 (50.Minute) gelang ein wichtiger 34:32-Sieg im Kampf um den Aufstieg. Für Barmbek zählt nun die volle Konzentration auf das Pokalfinale vom Hamburger Handballverband. Will man diesen doch zum dritten mal in Folge gewinnen. „Das war ein klasse Handballspiel. Glückwunsch an den HSV. Wir haben gut gespielt, aber leider zu viele Topchancen nicht genutzt. Der HSV hatte mit Keeper Danielsen den entscheidenden Mann auf dem Platz. Schade, aber jetzt heißt es, den Mund abzuputzen und weiterzumachen“, so HG-Trainer Holger Bockelmann gegenüber der vereinseigenen Internseite. Barmbek rangiert nach der Niederlage nun auf dem vierten Tabellenplatz hinter den Kiezhandballern.


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