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Oberliga HH/S-H (Herren): Der 24.Spieltag im Rückblick (Saison 2015/2016)

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20.04.2016 - 00:00 | Quelle: sprungwurf.tv

Hamburg/Schleswig-Holstein – Meister und Absteiger am 24.Spieltag. Was für ein Spieltag in der Oberliga HH/S-H der Herren. Die Meisterschaft und der damit geschaffte Aufstieg in die 3.Liga geht an den souveränen Tabellenführer HSV Hamburg. Im wichtigen und knappen Auswärtsspiel beim TSV Ellerbek siegte man am Ende mit 28:25 und steht vorzeitig als Meister fest. Gleichzeitig hat man mit diesem Sieg den langjährigen Oberligisten aus Ellerbek eine Liga nach unten geschickt. Der TSV steht zusammen mit dem AMTV Hamburg als einer von zurzeit zwei Absteigern fest. Einzig der TuS Lübeck 1893 hat noch geringe Chancen auf den Klassenerhalt. Doch hierzu muss bereits am nächsten Spieltag im Auswärtsspiel beim HSV Hamburg ein Sieg her. Die Reservemannschaft vom VfL Bad Schwartau schafft unterdessen den vorzeitigen Klassenerhalt. Dank einer Schwächephase der Schusterjungs aus Preetz konnte man auf acht Tore davonziehen und am Ende zwei wichtige Punkte für den Klassenverbleib einfahren. Zittern müssen ebenfalls noch der MTV Herzhorn und der TuS Esingen. Doch bereits am nächsten Spieltag kann man den Klassenerhalt perfekt machen. Wir haben alle Spiele im Rückblick zusammengefasst.

TuS Lübeck 1893 1 vs SG WIFT Neumünster (Endergebnis: 23:39 | HZ: 12:23): Lübeck muss weiter zittern – WIFT mit klarem Auswärtssieg. Die Vizemeisterschaft kann man der SG WIFT Neumünster schon lange nicht mehr streitig machen. Dennoch war man weiterhin gewollt eine der besten Oberligasaisons noch einmal verbessern. Hat man aktuell schon achtunddreißig Pluspunkte. Für den TuS Lübeck 1893 wird es jetzt zu einem wahren Abstiegskampf. Muss man doch nach der Niederlage zu Hause gegen Neumünster im Auswärtsspiel am 25.Spieltag beim Meister aus Hamburg wichtige Punkte einfahren. Sollte dies nicht mehr klappen, steht man als dritter Absteiger aus der Oberliga HH/S-H der Herren fest.

TSV Hürup 1 vs. SG Hamburg-Nord 1 (Endergebnis: 25:31 | HZ: 13:15): Hamburg-Nord sichert Klassenerhalt – Hürup enttäuscht. Das war so nicht geplant. „Wir bereiten uns selbst Probleme, indem wir unsere Chancen nicht verwerten. Die Ausbeute von beiden Außenpositionen war schlecht. Enttäuschend“, so TSV-Trainer Christian Lutter gegenüber dem „Flensburger Tageblatt“. Die vergebenen Chancen nahm der Gast aus Hamburg nur zu gerne mit und erzielte so leichte Tore. So war es auch nicht verwunderlich, dass die SG zur Halbzeitpause mit 15:13 führte. Im zweiten Durchgang dann das gleiche Bild. Keine Gegenwehr war auf Seiten des TSV zu sehen und so gelang es Hamburg-Nord bereits am 24.Spieltag den Klassenerhalt vorzeitig perfekt zu machen. Am Ende fuhr die SG Hamburg-Nord zu Recht als Sieger den weiten Heimweg nach Hamburg.

HG Hamburg-Barmbek 1 vs. MTV Herzhorn 1 (Endergebnis: 26:25 | HZ: 18:9): Herzhorn verlieren nur knapp – Barmbek mit zwei Gesichtern. So war das nicht gewollt. Aber die HG Hamburg-Barmbek zeigte wieder einmal ihre zwei Gesichter. Im ersten Durchgang spielte man mit dem Gegner nach belieben und im zweiten Durchgang das komplette Gegenteil. Von Anfang an musste man auf die erkrankten Matthias Nagl und Timo Kretzschmar verzichten. Doch das tat keinen Abriss und die HG spielte gut auf. Schnell war man die spielbestimmende Mannschaft und zog über die Zwischenstände 2:0, 6:1 auf 8:2 (10.Minute) davon. Bis zur Halbzeitpause gelang es den Gästen besser ins Spiel zukommen und so konnte man noch neun Tore bis zum Gang in die Kabinen erzielen. Der Vorsprung war unterdessen auf neun Tore angewachsen und die Barmbeker sahen nach dem sicheren Sieger aus. Doch die zweite Halbzeit war noch nicht gespielt und es kam das zweite Gesicht der Hausherren zu Tage. Die Einstellung stimmte nicht mehr und auch die Vorgaben von Trainer Holger Bockelmann setzte man nicht mehr um. Zusätzlich kamen vermehrt unvorbereitete Würfe auf Seiten der Barmbeker zustande und brachte die Gästen aus Herzhorn zu schnell in Ballbesitz. So dauerte es auch nicht lange und der MTV konnte schnell zum 14:19 (40.Minute) verkürzen. In der Folge war Herzhorn heißer auf den Sieg und den damit verbundenen vorzeitigen Klassenerhalt, als die Hausherren. Nur drei Minuten vor Spielende führten die Gastgeber mit 25:23 und es entwickelte sich noch zu einem spannenden Endspurt. Sekunden vor Spielende dann die Erlösung für die HG. Man konnte Herzhorn zwar nicht vom eigenen Tor fernhalten, aber durch die Parade von Philipp Hentschel im Tor den Sieg in der heimischen Halle feiern. „Da waren sie wieder, unsere zwei Gesichter. Mit der ersten Hälfte bin ich sehr zufrieden, aber die zweite Halbzeit war unterirdisch. Nach hohen Halbzeitführungen lassen wir leider des Öfteren die Zügel schleifen. Einmal den Zugriff verloren, ist es schwer, ja fast unmöglich, wieder zurückzukommen. Die Videoanalyse bleibt meiner Mannshaft nicht erspart. Jetzt heißt es aber, uns auf den THW Kiel am Samstag und das Pokalfinale gegen Pinnau am Sonntag vorzubereiten. Ein Hammerprogramm, aber meine Mannschaft kann jetzt nochmal zeigen, was in ihr steckt“, so HG-Trainer Holger Bockelmann gegenüber der vereinseigenen Internetseite. Der MTV Herzhorn konnte durch die Niederlage den Klassenerhalt noch nicht vorzeitig sichern und muss am kommenden Wochenende in heimischer Halle den einen benötigten Punkt einfahren.

TuS Esingen 1 vs. AMTV Hamburg 1(Endergebnis: 30:23 | HZ: 14:9): Esingen schickt Mitaufsteiger vorzeitig eine Liga runter – AMTV steht nach nur einem Jahr als erster Absteiger fest. Erleichterung macht sich breit beim Aufsteiger aus Tornesch. Mit dem Sieg über den direkten Konkurrenten AMTV Hamburg gelang es der TuS ein Polster von vier Punkten herauszuspielen und sich bereits zwei Spieltage vor Saisonende in eine gute Ausgangslage zu versetzen. Zu keinem Zeitpunkt war der Heimsieg gegen den Mitaufsteiger gefährdet und geht am Ende auch in der Höhe in Ordnung. Einzig beim Zwischenstand von 19:19 war der AMTV nochmals auf Augenhöhe. Der Aufsteiger AMTV Hamburg steht also bereits nach dem 24.Spieltag als erster Absteiger fest und kann für die kommende Saison planen.

TSV Ellerbek 1 vs. HSV Hamburg 1 (Endergebnis: 24:28 | HZ: 12:14): Ellerbek ist abgestiegen – HSV vorzeitig Meister. Es wurde zu einem entscheidenden Tag im Hamburger Handball. Ellerbek stieg nach Jahren in der Oberliga HH/S-H endgültig in die HH-Liga ab. Der HSV Hamburg geht den anderen Weg. Nach dem knappen 28:25-Sieg über den TSV hat man vorzeitig die Meisterschaft und somit den Aufstieg in die 3.Liga sichern können. Die knapp 500 Zuschauer sahen einen verdienten Meister und ein ausgeglichenes Spiel in der Rudolf-Harbig-Halle in Ellerbek. Zu keiner Zeit gelang es dem Gast sich vorzeitig abzusetzen und so konnte man über die Zwischenstände 3:3, 5:6, 12:9, 17:17 und 27:24 am Ende einen ungefährdeten 28:25-Sieg einfahren. Für den TSV Ellerbek bedeutet es nun, sich auf die kommende Saison optimal vorzubereiten und einen schlagkräftigen Kader auf die Beine zustellen. „Wer in der Hinrunde nur vier Punkte macht, darf sich nicht wundern, wenn er aus der Oberliga HH/S-H absteigt. Auch in der Hamburg-Liga werden wir einen starken Kader haben, mit Trainer Martin Nirsberger und seinem Stab“, so TSV-Teammanager Peter Paulsen gegenüber dem „Pinneberger Tageblatt“.

FC St. Pauli 1 vs. THW Kiel 2 (Endergebnis: 30:18 | HZ: 13:11): THW 2 geht auf dem Kiez baden – Pauli Tabellendritter. So hatten sich es die Kieler nicht vorgestellt. Viel zu hoch schien die Niederlage beim Kiezklub aus der Hansestadt. Doch eine schlechte Wurfquote und eine schlecht stehende Deckung hat den Gastgeber schnell und verdient davonziehen lassen. Über den Zwischenstand von 25:14 (52.Minute) zog der FC auf 30:18 davon und siegte am Ende verdient. Pauli bleibt somit weiterhin Tabellendritter und hat einen Punkt Vorsprung auf den Tabellenvierten. Kiel hingegen hat eine große Möglichkeit verspielt am Preetzer TSV (5.Tabellenplatz) vorbeizuziehen. Der THW 2 steht so weiterhin auf dem 6.Tabellenplatz. “Teilweise war der Körper schon wieder hinten, der Kopf aber noch im Angriff. Eigentlich haben wir in der zweiten Halbzeit fast alles falsch gemacht“, so THW-Trainer Dennis Olbert gegenüber den „Kieler Nachrichten“.

Preetzer TSV 1 vs. VfL Bad Schwartau 2 (Endergebnis: 11:10 | HZ: 21:29): Preetz am Ende zu schwach – Schwartau 2 sichert Klassenerhalt. Auswärtssiege sind schön. Vor allem, wenn sie den Klassenerhalt bedeuten! Die zweite Mannschaft des VfL Bad Schwartau kann dank des 29:21-Erfolgs am Sonntag beim Preetzer TSV ähnlich für die kommende Spielzeit planen wie die erste Garde in der zweiten Bundesliga. Neun Tage nach dem wichtigen Heim-Derby-Kampf-Erfolg gegen die TuS Lübeck 1893 präsentierte sich der VfL wacher und vor allem gefestigter als die Preetzer. Letzteren muss man immerhin zugute halten, dass es für sie a) um nichts mehr ging, da das Ziel Klassenerhalt bereits in trockenen Tüchern ist, und b) fünf Verletzte zu beklagen waren. Das war in der Vorwoche bei der SG Hamburg-Nord noch zu kompensieren, jetzt nicht mehr; was aber mehr eine Kopf- als eine Körpersache war, so zumindest der Eindruck. Denn konditionstechnisch konnten sie mithalten, auch ergebnistechnisch war es lange Zeit ein Spiel auf Augenhöhe: Nach 57 Minuten hieß es noch 21:23 (!), bis Bad Schwartau dann aber das ganze Fleisch auf den Grill legte und davonzog. Aber der Reihe nach: Der VfL, mit sechs Bundesliga-Spielern an die Schwentine gereist, präsentierte sich hinten kompakt und stark, die Preetzer kamen mit der 6-0-Defensive überhaupt nicht zu recht. Dass in der Anfangsphase jedoch so gut wie keine Treffer fielen, war den beiden starken Torhütern zu verdanken, Fehlberg auf der einen und Mallwitz auf der anderen Seite machten starke Jobs. Technischen Fehler auf Seiten der Gastgeber brachte aber die Marmeladenstädter ins Rollen, die kurz vor der Phase erst ihre erste Schwächephase hatten, als Preetz 11:10 in Führung ging. Nach der Pause zogen die Gäste davon, 11:14 nach zwei Minuten war die Folge. Preetz kämpfte sich wieder heran (s.o), öffnete dann in der Schlussphase gewaltig die Fenster, und Bad Schwartau sagte Danke! Zu schnell abgeschlossene Gegenstöße, zu selten inspiriertes Offensivspiel, zu lässig geworfene Siebenmeter. Es hätte so einfach sein können, siehe Kopfsache. So aber konnte sich VfL-Schlussmann Mallwitz immer wieder auszeichnen, vorne brauchte Bad Schwartau nicht einmal die Brechstange. Das sah gut und sicher aus, das war anständig vorgetragen und zu Ende gebracht, diese Mannschaft gehört ebenso in die vierte Liga wie die Schusterjungs. Letztere verlieren auch bei 21:23 nicht den Spaß, wenn auch an diesem Tag die Konzentration, was zu verschmerzen ist angesichts der Umstände. Beide Teams werden sich auch in der kommenden Saison wieder sehen, und das ist gut so. Ob so aber der Vorjahresplatz fünf und das Ziel, vor Lokalrivale THW II zu landen, erreicht wird? Es gibt leichtere Fragen. 21:29 hieß es am Ende, weil die Gäste nicht nachließen, weil im Abstiegskampf jeder Treffer eminent wichtig ist, weil sie es unter Dach und Fach bringen wollten, weil sie hungriger waren. Klingt nach Kritik an den Preetzern, heißt im Umkehrschluss aber auch: Was, wenn der VfL so die ganze Saison gespielt hätte? (fom) 


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