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Oberliga HH/S-H (Herren): Vorschau zum 23.Spieltag (Saison 2015/2016)

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09.04.2016 - 11:45 | Quelle: sprungwurf.tv

Hamburg/Schleswig-Holstein – Spannende Spiele stehen am 23.Spieltag der Oberliga HH/S-H der Herren an. Bereits am gestrigen Freitagabend kam es zum Lokalderby zwischen dem VfL Bad Schwartau 2 und der TuS Lübeck 1893 1. Vor knapp 600 Zuschauern musste der Aufsteiger eine empfindliche Niederlage im Kampf um den Klassenerhalt hinnehmen. Schwartau hingegen gelang es, ein Polster von drei Punkten herauszuspielen. Weitere Brisanz gibt es bei der Hamburg-Nord. Wechselte man vor kurzem (wir berichteten) das Trainerteam aus und spielt weiterhin um den Klassenerhalt. Ebenso schwierige Aufgaben haben auch der AMTV Hamburg und der TSV Ellerbek. Beide Mannschaften sind zum Siegen verdammt und sind klare Außenseiter. Ellerbek muss dabei sogar noch auswärts in Neumünster antreten. Auch in der oberen Tabellenregion wird nochmals spannend. Nach der Niederlage im Derby gegen Pauli steht der HSV Hamburg unter Zugzwang. Im Heimspiel gegen Hamburg-Barmbek muss deshalb ein Sieg her. Will man doch die Meisterschaft vorzeitig sichern. Wir haben alle Spiele in der Vorschau zusammengefasst.

VfL Bad Schwartau 2 vs. TuS Lübeck 1893 1 (Endergebnis: 33:19 | HZ: 13:7): VfL gewinnt mit starker Taktik im Derby – TuS im Abwärtsstrudel. Ein Derby ist umso schöner, wenn es um etwas geht. Wenn das, um das es geht, aber der Klassenverbleib ist, dann ist ein Krimi umso nervenzerreißender. Das Lübeck-Derby zwischen der zweiten Mannschaft des VfL Bad Schwartau und der TuS Lübeck war genau das nicht. Es hat viel mehr gezeigt, wie eng Freud und Leid beieinander liegen. Herzzerreißend ist das passendere Adjektiv. Die Lübecker, die das Hinspiel noch mit 28:19 für sich hatten entscheiden können, kamen zum Auftakt des 23. Spieltags der Handball Oberliga HH-SH mit einer Bilanz zum Lokal- wie Tabellennachbarn, auf die „herzzerreißend“ auch ganz gut passen würde. Nur ein Sieg in der Rückrunde stand bis zu diesem Spiel auf der Haben-Seite der TuS, geändert hat sich daran auch im Nachhinein nichts. Der Druck war beiden Teams von Beginn an deutlich anzumerken, dem Publikum, gut 600 Fans waren gekommen, aber überhaupt nicht. Das machte eine Stimmung, als ginge es um die Meisterschaft. Letztere geht wohl an den HSV Hamburg, zufällig die letzte Mannschaft, die in Bad Schwartau gewinnen konnte. Nur auswärts macht der VfL seine Punkte überhaupt nicht. Einmal in der Spirale drin, kommst du schwer wieder hinaus. Und so stand man vor dem Derby nur einen Zähler vor der TuS und somit vor dem ersten Abstiegsrang. Nach sechs Minuten erst gelang den Gastgebern die Führung, doch fürs Erste ließen sich die Lübecker nicht abschütteln. Beide Torhüter hielten stark; vor allem die Lübecker verzweifelten immer wieder an Marino Mallwitz. Das Spiel brach zum ersten Mal zwischen der 23. und der 25. Minute. Man könnte auch sagen: Zwischen den ersten beiden Auszeiten. Als der VfL die Kreativ-Pause beantragte, stand es 9:6. Lübeck hatte gerade einige Chancen liegen gelassen. Nur zwei Minuten später hieß es 12:6, Schwartau ließ die Muskeln spielen und zwang Lübeck direkt zur nächsten einminütigen Unterbrechung. Schwartau dominierte nun. So führte der VfL zur Pause verdient 13:7 und ließ nur die Frage offen, wie das noch gedreht werden sollte. Dass daran überhaupt kein Gedanke zu verschwenden war, daran ließ Schwartau direkt zu Beginn des zweiten Durchgangs schon gar keinen Zweifel mehr. 16:7 nach 35 Minuten, weitere fünf Minuten später 20:10. Als man jedoch gerade befürchten wollte, dass aus einem hitzigen Derby ein Kantersieg werden sollte, kam es auf dem Platz zu Tumulten, es flogen die Zeitstrafen, zudem Rot gegen Schwartau. Schwartau zog nun endgültig davon, 24:12 stand es bei der zweiten VfL-Auszeit nach 47 Minuten, 26:14 bei der zweiten TuS-Pause (52.). Der VfL hatte Lübeck taktisch überwunden. Von hinten heraus konterte er stark, die Defensive tat ihr Übriges, ebenso die mittlerweile übernervösen Abschlüsse der Gäste. Das erhöhte der VfL zum Ende hin auf 33:19. Das bedeutet rechnerisch. Schwartau bleibt vor Lübeck, hat nun drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, Stand Freitagabend. Faktisch vier, denn dank des 12-Tore-Vorsprungs ging ja nun auch der direkte Vergleich an den VfL. Zum anderen: Derby-Sieg! Das kann im Abstiegskampf wichtige Kräfte freisetzten, zumal beispielsweise noch WIFT in zwei Wochen kommt. Auf Lübecker Seite hingegen flossen die Tränen. Direkt nach dem Spiel wollten sich keine Erklärungen finden. Fassungslosigkeit zeigte sich in gelähmten Gesichtern. Noch ist nichts verloren. Doch nur an der starken Defensive der Gastgeber konnte es nicht gelegen haben. Die Gründe werden genau analysiert werden, das ist klar und auch allen Akteuren bewusst. Niemand machte anschließend den Eindruck, die Hoffnung aufgegeben zu haben. Dennoch müssen Fragen erlaubt sein - ist Kampf allein genug? Drei Spiele vor Schluss wird darauf schneller als gedacht eine Antwort gefunden werden müssen. Und auch beim VfL ist die Situation weiterhin brenzlig: Derby-Siege sind ein gutes Mittel, aber nicht mehr als ein Grundstein im Kampf um die Klasse. (fom)*

MTV Herzhorn 1 vs. FC St. Pauli 1 (Samstag – 09.04.2016 – 16.30 Uhr): Herzhorn nur mit kleinem Vorsprung – Kann Pauli Platz 3 ? Die Osterpause ist endlich überstanden. Nach knapp drei Wochen ohne Pflichtspiel begrüßt der Tabellenachte vom MTV den aktuellen Tabellenvierten vom Kiez. Bereits im Hinspiel gelang den Kiezhandballern ein 30:24-Sieg in heimischer Halle. Dies wird auch diesmal das Ziel sein für den FC. Mit dem Aufstieg hat man ja zum Glück nichts mehr zu tun, wollte man diesen doch verhindern. Für den MTV werden die kommenden Spiele extrem wichtig. Bereits im Spiel gegen Pauli muss ein Sieg her, will man doch den Klassenerhalt vorzeitig sichern. Umso erfreulicher ist, dass MTV-Trainer Manfred Kuhnke auf den gesamten Kader zurückgreifen kann und alle Spieler zur Verfügung stehen.

SG Hamburg-Nord 1 vs. Preetzer TSV 1 (Samstag – 09.04.2016 – 18.00 Uhr): Hamburg-Nord mit neuem Trainer – Preetz angeschlagen nach Hamburg. Paukenschlag bereits beim vergangenen Spiel für die SG Hamburg-Nord. Wurde doch das bis dahin aktive Trainerteam ausgetauscht und mit Stefan Brauer ein neuer Trainer installiert. Die SG liegt aktuell nur drei Punkte vor der Abstiegszone und benötigt dringend Punkte. Bei noch vier ausstehenden Spielen kann es noch einmal eng werden. Für den PTSV hingegen ist die Saison so gut wie durch. Der Klassenerhalt ist perfekt und für die kommende Saison kann geplant werden. Leider müssen die Schusterjungs auf einige Spieler verzichten und kommt mit einem Not-Kader in die Hansestadt. Fehlen doch Moritz Brütt (Familie), Ties Klöckner (verletzt), Alexander Rieckmann (verletzt) und Luca Fabirzio (verletzt). Erstmals wieder mit dabei wird dann Linkshänder Florian Hauschild sein, der nach über einem Jahr Weltreise wieder beim PTSV aktiv ist.

AMTV Hamburg 1 vs. TSV Hürup 1 (Samstag – 09.04.2016 – 18.00 Uhr): Abstiegsdrama pur – Hürup kann Klassenerhalt näher kommen. Der Aufsteiger aus Hamburg hat es nicht leicht. Liegt man mit vier Punkten Rückstand auf dem letzten Tabellenplatz und hat noch vier schwere Spiele zu bestreiten. An diesem Wochenende ist der Tabellenneunte aus dem hohen Norden zu Gast. Das Hinspiel ging damals mit 34:26 deutlich an den TSV. Der AMTV mit Trainer Goran Stojanovic steht somit unter Zugzwang. Will man den Abstieg in die Hamburg-Liga noch irgendwie verhindern. Hürup kann hingegen einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Einfach wird dieser jedoch nicht. Muss man beim AMTV doch auf die geliebte Backe verzichten.

SG WIFT Neumünster 1 vs. TSV Ellerbek 1 (Samstag – 09.04.2016 – 19.00 Uhr): WIFT wieder mit dabei – Ellerbek klarer Außenseiter. Damit hatte keiner gerechnet. Bei einem Spiel weniger und noch fünf ausstehenden Spielen kann man dem HSV noch einmal gefährlich werden. Umso besser ist es, dass an diesem Spieltag der Tabellenvorletzte vom TSV Ellerbek zu Gast. Vermeintlicher Punktelieferant. Doch so einfach will der TSV sich nicht ergeben. „Wir müssen gegen den die starken WIFT-Individualisten eine kompakte Abwehr stellen und bis zum Ende konzentriert bleiben“, so TSV-Trainer Martin Nirsberger gegenüber dem „Pinneberger Tageblatt“. Verzichten muss der TSV jedoch auf Matthias Menzel, Martin Schleßelmann und Olaf Levin. Bei der SG hingegen fehlt weiterhin Matthias Koslowski nach einem Kreuzbandriss. „Wir spielen noch gegen vier Abstiegskandidaten und stehen in der Pflicht, jede dieser Partien mit 100 Prozent zu bestreiten. Ein besonderer Anreiz ist für uns dabei, die vorzeitige Vizemeisterschaft zu sichern“, so SG-Spieler-Co-Trainer Yannick Stock gegenüber dem „Holsteinischen Courier“.

TuS Esingen 1 vs. THW Kiel 2 (Samstag – 09.04.2016 – 19.30 Uhr): Esingen will Richtung Klassenerhalt – THW ist durch. Richtungsweisender Spieltag für den TuS aus Esingen. Kann man doch im Heimspiel gegen den THW Kiel 2 einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Bei optimalen Verlauf ist sogar ein Vorsprung von vier Punkten auf die Abstiegszone möglich. Vorausgesetzt die TuS gewinnt zu Hause. „Wir haben bis auf Ostermontag keine Trainingseinheit ausgelassen und sind gut im Saft. Den Nervenkitze, vielleicht erst im letzten Saisonspiel den Abstieg noch abzuwenden, braucht niemand“, so TuS-Trainer Claas-Peter Schütt gegenüber dem „Pinneberger Tageblatt“.

HSV Hamburg 1 vs. HG Hamburg-Barmbek 1 (Sonntag – 10.04.2016 – 17.00 Uhr): HSV auf Wiedergutmachung aus – Barmbek will Platz 3 sichern. Damit hatte keiner gerechnet. Musste man im Spiel am vergangenen Wochenende gegen den FC St. Pauli eine unnötige Niederlage hinnehmen, obwohl man zwischenzeitlich deutlich führte. Dies soll diesmal anders werden und so steht nur ein Sieg für den HSV gegen die Hamburg-Barmbek auf der Agenda. Kann man diesem schon fast die Meisterschaft perfekt machen. Für den Gast aus Barmbek wäre ein Sieg ebenfalls wertvoll. Steht man aktuell auf dem dritten Tabellenplatz und diesen will man unbedingt gegen die Kiezhandballer behaupten. 

*Bei all der Dramatik wurde versehentlich die rote Karte dem TuS Lübeck 1893 zugeteilt. Diese ist korrekterweise auf Seiten des VfL Bad Schwartau gefallen.


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