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TSV Mildstedt v. 1964 e.V.

Adresse TSV Mildstedt v. 1964 e.V.
Hauptstraße
25866 Mildstedt
Webseite www.tsv-mildstedt.de
Gründungsdatum 1964

Die Handballsparte gehört zu den Gründungssparten des TSV Mildstedt, auch sie gibt es also seit 47 Jahren. Die Entstehung des Handballsports ist eng mit dem Namen Christian Martin Sörensen verbunden. Er bereitete zusammen mit seiner Frau Ingrid nachmittags Schülerinnen und  Schüler auf ein Schulsportfest vor, bei dem auch Handball und Völkerball gespielt werden sollte. Seine Bemühungen führten 1964 zur Gründung des TSV Mildstedt. Er übernahm den Aufbau der Handballsparte und trainierte die erste Jugendmannschaft. Zunächst gab es eine Männermannschaft und 3 männliche Jugendmannschaften, nämlich die Knaben  ( D ), Schüler ( C ) und Jugend ( B ), die auch gleich an der Hallenpunktrunde teilnahmen und mithalten konnten. Ihm zur Seite standen in dieser schwierigen ersten Zeit als Jugendtrainer Uwe Knutz und Hans Jürgen Klinck und als „Fahrdienst“ Vorstandsmitglied Johann Stäcker.  Seine Nachfolger als Obmann waren von 1968 bis 1969 Hans Stäcker, 1969 bis 1972 Thomas Thomsen und von 1972 bis 1974 Hans Peter Feddersen.

Deutschland hatte 1952 in der Schweiz den letzten Weltmeistertitel im Feldhandball gewonnen. Seitdem verlor aber der Handball seine Anziehungskraft auf dem Großfeld und verlagerte sich auf die heutige Größe von 40 x 20 Metern. Ein Spielfeld mit diesen Maßen konnte auch in einer Halle untergebracht werden, und der Wunsch nach einer solchen Spielmög-lichkeit wurde immer größer. Christian Martin Sörensens Antrag bei der Gemeinde, diese Möglichkeit auch in Mildstedt zu realisieren, scheiterte an den finanziellen Bedingungen. Im Sommer wurden in den 60er Jahren noch im Freien auf einem Kleinfeld Handball gespielt. Dazu eignete sich der um 1970 gebaute Sportplatz auf „Langsteeven“ vorzüglich. Aber der Trend zum Hallenhandball war nicht zu stoppen. In Ermangelung einer eigenen Halle wich man aus auf Hallen in der Umgebung. Viele werden sich noch an den teergetränkten Fußboden der Kfz-Werkhalle der Bundeswehr in der Julius-Leber-Kaserne erinnern. Sicher guckten die Frauen und Mütter nicht gerade beglückt, wenn sie naserümpfend die nach Teer stinkenden Sportbekleidungen in Empfang nehmen mußten. Aber auch die Beulen und Abschürfungen, die das Spiel auf dem harten Betonfußboden der Nordseehallein Husum nach sich zog, die wochentags noch als Viehhalle genutzt wurde, sind nicht unvergessen. Hier herrschten nach heutigen Maßstäben unglaubliche Rahmenbedingungen, es stank, der Boden wurde vor den Spielen noch schnell einmal mit Wasser abgespritzt, damit der stärkste Schmutz beseitigt war, trotzdem war es oft noch glatt, nass und kalt in der Halle. Später fanden die Punktspiele oft in der Bundeswehrhalle in Seeth statt. Die Fahrten für die Jugendlichen zu den Spielstätten wurde dank der Anschaffung unseres ersten Vereinsbusses komfortabler, wenn der auch schon recht betagt war. Die Verkehrsbestimmungen wurden damals noch recht lax gehandhabt. Trotzdem nahm die Hälfte der Jungen beim Vorbeifahren an der Polizeidienststelle in der Poggenburgstraße volle Deckung auf dem Fahrzeugboden, um zumindest sichtbar die zugelassene Höchstzahl zu gewährleisten. Zum Glück wurden wir nie erwischt, es ist auch nie etwas Ernsthaftes passiert.

Mit der Wahl von Gerd Knies im Jahr 1974 zum Handballobmann der Sparte begann im Verein eine neue Handballära. Sein Organisationstalent und seine Fähigkeit, andere für die ehrenamtliche Tätigkeit als Übungsleiter, Schiedsrichter oder nur als Fahrer zu den Spielorten zu gewinnen waren enorm. Er selbst war als Jugendtrainer sehr erfolgreich. Neben der Bereitenarbeit verlor er auch nicht den Blick für Spitzenleistungen. Unter Gerd Knies Leitung schafften die Männer 1978 den ersten Aufstieg in die Bezirksklasse. Die Jugend war bald, teilweise sogar mehrfach, in allen Altersklassen in den Punktrunden vertreten. Der Frauenhandball begann mit einer Jungmädchenmannschaft 1975 mit dem Training. Trainer war Hans-Joachim Herrmann. Weibliche Handballspieler hatten nach wenigen Jahren ihre Ausnahmestellung abgelegt, wurden vom Besonderen zum Alltäglichen.

Jetzt wurden auch die ersten Schulsporthallen mit internationalem Spielfeldmaß in Nordfriesland gebaut, wodurch der Handball überall einen Aufschwung nahm. Wir im TSV Mildstedt trainierten und spielten jetzt hauptsächlich in Ostenfeld. Die Männer trainierten noch nach den Ostenfeldern, und da man nach dem Training auch gerne noch ein Bier trank, wurden es oft richtige Nachtsitzungen. 

Weiter aufwärts ging es mit dem Bau unserer Mildauhalle, die zunächst ja zu kurz war für Punktspiele (33 m), aber für ein Training genügte. Hier haben die damaligen Verantwortlichen Weitblick bewiesen und unsere Halle entgegen der Schulsportnorm schon 20 Meter breit gebaut und eine Endwand so gestaltet, dass die Halle später verlängert werden konnte. Als wir dann unsere „eigene Heimhalle“ hatten, war der Siegeszug der Handballsparte nicht mehr zu stoppen.    

Der jetzige Aufschwung des Handballsports in Mildstedt ist eng mit dem Namen Klaus Meckes verbunden. Der ehemalige Bundesligaspieler der SG Weiche-Handewitt (heute der Deutsche Meister SG Flensburg-Handewitt) wurde durch die Verbindungen von Gerd Knies zu Oberstaatsanwalt Henning Lorenzen, der gleichzeitig Manager der SG Weiche war, nach Mildstedt geholt. Seine für uns neuen Trainingsmethoden haben die erste Männer von der Kreisliga bis in die Bezirksliga gebracht, aber auch alle anderen Mannschaften des TSV Mildstedt haben davon profitiert, da die Spieler dies leistungsbezogene Training, die Methoden und Spielzüge als Trainer in alle anderen Mannschaften des Vereins getragen haben.               

Vorausschauend wie Gerd Knies war, erkannte er, daß er seine Leute nicht nur durch das Handballspielen enger an den Verein binden konnte. Er organisierte Fahrten ab 1979 nach Dronninglund in Dänemark, Skara und Göteborg in Schweden, Prag und Karvina in Tschechien, nach Paris und zu Turnieren in Deutschland. 1981 erschien zum ersten Mal die Spartenzeitschrift „HANDBALL INTERN“, die er initiierte und herausgab. Heute wird sie vonOlaf Reese gestaltet. Durch seine zupackende Art überzeugte er viele zur ehrenamtlicher Mitarbeit. Unter ihnen waren Rickert Friedrichsen, Christian Bertram, Wolfgang Schäfer, Manfred Schefer, Uwe Heisch, Peter Blunck, Georg Kasprowki, Dirk Jacobs, Ralf Albertsen, Ernst Hinrichsen, Erhard Hinrichs, Sax Brodersen, Heinz Reinhold, Monika und Harry Schella, Elisabeth Claussen, Angelika Köbel, Birger Hoffmann, Angelika und Achim Hermann, Gerald Michels und Sönke Hansen, um einige zu nennen. Das 1. Internationale Jugendhandball Osterturnierveranstaltete er 1983, bei dem er in dem leider so früh verstorbenen Christian Bertram seinen wertvollsten Helfer fand. Viele seiner Ideen und Veranstaltungen wirken noch heute. So fand z.B. 2010 das 22. internationale Osterturnier in Mildstedt statt, das 23. ist für 2012 in Vorbereitung. Als Gerd 1996 die Spartenleitung abgab, hatte er22 Jahre mit einer einjährigen Unterbrechung die Sparte geführt. In dieser „Auszeit“ übernahm Sax Brodersen1979/80 vorübergehend das Amt. Später trainierte Sax die 1 Männermannschaft, die  er bis 1999 bis an die Spitze der Bezirksligaführen konnte.

Harry Schella war der Mann, der dafür sorgte, daß der Übergang in der Spartenleitung nahtlos vonstatten ging. Er hatte bis dahin als Trainer der 1. Frauenmannschaft und in der Jugend gewirkt, koordiniert bis heute alsOrganisationswart die Termine und sorgt mit seiner Frau Monika im Clubraum der „Mildauhalle“ dafür, dass der gemütliche Teil des Sport nicht zu kurz kam.

Harry Schella hat auch Gerd Övermann als Trainer für die „erste Männer“ verpflichtet, eigentlich eine Notlösung, da ein namhafter Trainer abgesprungen war. Gerd war bis dahin Torwart der Männermannschaft, nun wurde bis dahin ihr erfolgreichster Trainer. Schon nach der ersten Saison gelang der erste Aufstieg in die Oberliga. Leider musste man gleich wieder absteigen, danach folgten 2 Meisterschaften (2002/03 mit 44:0 Punkten!) und eine Vizemeisterschaft, bis 2004 wieder der Aufstieg in die Oberliga gelang. Seitdem stehen wir gefestigt im oberen Drittel der Oberliga, seit 2005 mit Trainer Oliver Zube.mussten wir 2009 aus der Oberliga absteigen und dadurch muss unsere „zweite Männer“ mit Trainer Birger Hoffmann trotz Meister 08/09 in der KOL spielen. 2010 gelang als Meister der Landesliga Nord aber der sofortige Wiederaufstieg in die neu gegründete Schleswig-Holstein-Liga. Hier waren wir wieder sehr erfolgreich, 2013 wurdeOlly Zube nach 8 Jahren von Tim Binge als Trainer abgelöst. Tim gelang gleich die Meisterschaft in der S.H.-Liga, auch weil mit Mario Petersen ein Leistungsträger aus Tarp-Wanderup zu uns zurückkehrte, Mario wurde gleich Torschützenkönig der S.-H.-Liga und der TSV Mildstedt Landesmeister. In der nächsten Saison also in der Oberliga Hamburg-Schleswig-Holstein. Trainer wird Torben Walluks, da Tim Binge aus beruflichen Gründen aufhören musste.

Diese Erfolge beruhen zu einem grossen Teil auch auf einer guten Jugendarbeit, die in den Erfolgen der „männlichen Jugend A“ gipfelt. Hier brachte Christian Gosch die Jungen 1998 – 2000 in die Oberliga, danach spielten sie eine Saison mit Dieter Vlasics sogar in der Regionalliga, 2001/02 wieder in der Oberliga. Weitere Aufstiege gelangen unter Birger Hoffmann 2003 und Thorsten Schella 2005, 2006, 2009, 2010 und 2011 wieder in die Oberliga. Die “männliche Jugend B” unter Andre Hansen und die “männliche Jugend C unter Birger Hoffmann haben 2009 auch den Aufstieg in die Oberliga geschafft und dort ein Jahr gespielt. .

Seit 2001 ist nun Ralf Albertsen Spartenleiter. Heute besteht die Sparte aus 20 Mannschaften, von den Mini-Minis bis zu den Senioren können alle Altersgruppen sowohl im weiblichen wie im männlichen Bereich  besetzt werden, manche sogar mehrfach. Damit belegen wir mit unseren Heimspielen den weitaus grössten Teil der Wochenendzeiten in der Mildauhalle.

 

Quelle: tsv-mildstedt.de