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Lübeck – So schön das Vorrundenheimspiel in der JBLH gegen Rostock in der Hansehalle für die A-Jugend des MTV Lübeck lief, so enttäuschend verlief das Gastspiel bei Empor genau 7 Wochen später am zweiten Spieltag der Hauptrunde. Dabei war noch nicht einmal das Endergebnis (-4) gegenüber dem ersten Aufeinandertreffen in der Hansehalle (+11) das eigentlich Enttäuschende, sondern viel mehr der etwas blutleere und ideenlose Auftritt der Lübschen Jungs von Trainer Mirko Spiekermann.

Die Trainingswoche lief schon eher suboptimal mit dem Ausfall einer Trainingseinheit mangels Spielerbeteiligung und weiterer Krankmeldungen zum Abschlusstraining am Donnerstag.

Am Spieltag fehlten mit Tjorben Patzke und Vincent Gottstein zwei Stammkräfte, so dass das Trainerteam Jamie Zander und Mattis Timm mit auf die Reise nach Rostock nahm. Die beiden bekamen ihre Einsatzzeiten und durften erstmalig hautnah die rauhe Bundesligaluft schnuppern.  Dabei war es dieses Mal auch eher ein Lüftchen was bei der Hanseschwester wehte: jeweils eine Zeitstrafe auf beiden Seiten, dafür viele technische Fehler, Würfe am Tor vorbei und mit je drei Auszeiten agierende Trainerbänke zeugten doch eher von einem ungewöhnlich zerfahrenen Spiel in der höchsten deutschen Spielklasse für den Handballnachwuchs. Für beide ging es um eine Richtungsweisung, nachdem beide ihr erstes Spiel knapp aber dennoch verloren hatten.

Die Gastgeber legten von Beginn an vor, profitierten dabei zunehmend von unsauberen Pässen oder unglücklichen Abschlüssen beim MTV, nutzten dies auch zumeist konsequent mit Tempogegenstößen. Im Angriff fehlte beiden Mannschaften phasenweise das klare Konzept zum durchschlagenden Erfolg. Den Rostockern gelang es ein ums andere Mal besser, aus dem Rückraum einfache und schnelle Tore zu erzielen, Lübeck fand nur vereinzelt zu flüssigem dynamischen Positionsspiel bis zu den Außenpositionen oder an den Kreis.

Zusätzlich nahmen die jungen Schiedsrichter phasenweise mit eigenen Entscheidungen Tempo aus der Partie, was durchaus zur angespannten Stimmung in der Halle beitrug.

Richtig hoch kochte es in der traditionsreichen Fiete-Reder-Sporthalle vom ehemaligen europäischen Spitzenclubs Empor Rostock als der MTV erstmalig in Überzahl war und dennoch nicht entscheidend verkürzen konnte. (34. -36. von 15:12 auf 17:14). Trainer Spiekermann gab lautstarke Signale von der Bank und kassierte dafür die Gelbe Karte (35.), erreichte damit aber scheinbar einen Weckruf bei seinen Jungs. Kaum war Rostock wieder vollzählig, rollte die Angriffswelle mit 2x Daniel Baasch und 1x Adrian Heuer zum 17:16 (38.). Hoffnung bei den rund 50 mitgereisten Lübeckfans.

Typisch aber für die aktuelle Verfassung der Mannschaft, dass mit leichten Fehlern der Gegner wieder stark gemacht wurde und erst fast 10 Minuten später das nächste Tor für die Lübecker erzielen konnte (47. 22:17 durch Elias Ciudad Benitez).

Das folgende letzte Aufbäumen zum 22:20 (50.) reichte nicht mehr, um den eigenen Glauben an die Siegchance zu stärken. Matti Scheminski avancierte für die Gastgeber in den letzten Minuten zum Matchwinner als er 4 seiner 6 Tore in den letzten 5 Minuten mit schönen Einzelaktionen erzielte und auf 4-Tore-Vorsprung stellte.

Alles in allem reicht das aktuelle Leistungsangebot der Lübecker nicht um ernsthaft Ansprüche auf den weiterbringenden 4. Tabellenplatz der Staffel 1 zu stellen. Dazu gehört in dieser Klasse doch mehr als Anfangseuphorie, die durch die Vorrundenspiele getragen hat. Man möchte in Lübeck um die Jungs herum Strukturen aufbauen und darf ihnen diese Zeit auch einräumen. Schade nur wenn sie aktuell aus den verschiedensten Gründen nicht ihr Potential abrufen können, wenn es drauf ankommt.

Fotoquelle: MTV Lübeck

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